Klimaschutzmaßnahmen

Helios

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Aber Hand aufs Herz, wir brauchen die Wärme.

Die Sache ist eben komplizierter, als es manche Menschen wahrhaben wollen. Die jetzt beispielsweise reaktivierten Kohlekraftwerke oder die neu gebauten LNG-Terminals sind natürlich ein umweltpolitischer Irrweg, der aber doch nicht aus plötzlicher Blindheit beim Thema Klimarettung gegangen wird, sondern weil ansonsten eine eklatante Versorgungslücke droht, durch die zigtausende Menschen ernsthaft gefährdet wären (von Industrie und Wirtschaft ganz zu schweigen). Welchen kurzfristig umsetzbaren Plan haben denn gerade in diesem Punkt die Klimaaktivisten?

Die natürlich populistisch geheuchelte Gegenfrage ist, ob all diese Demonstranten denn auch brav zu Hause im Kalten frieren, oder ob es ihnen nur um die Unbequemlichkeit für andere geht? Auf dem Niveau braucht man nicht weiter diskutieren, aber das dahinter stehende Problem ist durchaus extrem relevant. Was sind kurz- und langfristig die richtigen Wege, um massiv die Umweltbelastungen zu senken und parallel die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

Und dieser Pluralismus ist bei anderen aktuellen Themen genauso zu finden, etwa wenn es um die Ukraine geht, oder China, oder oder oder.
 

infosammler

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Was sind kurz- und langfristig die richtigen Wege, um massiv die Umweltbelastungen zu senken und parallel die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Aber da frag ich mich, bin ich mit meiner 70 m² Wohnung, arbeitend und relativ wenig verdienend, angewiesen auf einen PKW, grad derjenige, welcher sich das überlegen muss und einsparen muss, bei jeder Anschaffung überlegen muss, ists eh umweltfreundluch produziert und nachhaltig, die richtige Ansprechperson?
Glaub ich nicht, vorallem weils millionen umd xfaches schlimmer geht als mir, welche nicht mal darüber nachdenken können, wo sie noch einsparen oder umweltfreundlicher sein könnten.
Während die Macher dieser Welt, mit Kohle und Macht gesegnet sind und diese 1 % Verzicht in der unteren Schicht 80 % bedeutet und Existenzen gefährdet?
Und dass das alles noch dazu seit Jahrzenten einfach auf Umsatzoptimierung gelaufen ist, anstatt man einfach mal den Umweltschutz als ausreichenden Lohn angesehen hat?

Wer hat denn die billigsten, giftigsten Plastikprodukte durchgewunken, Erdöl und Ergas vertrieben bis zum geht nicht mehr, Kohle verbrannt, Abgase in Kauf genommen, wenn nicht die Wirtschaft und die Mächtigen mit Hilfe jeder Regierung um den Umsatz in die höhe zu treiben?

Alles eine Farce.
Wer versteuernd und setzt die Preise von besseren Alternativen so hoch, dass es sich keiner leisten kann?
 

Helios

Inventar
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Aber da frag ich mich, bin ich mit meiner 70 m² Wohnung, arbeitend und relativ wenig verdienend, angewiesen auf einen PKW, grad derjenige, welcher sich das überlegen muss und einsparen muss, bei jeder Anschaffung überlegen muss, ists eh umweltfreundluch produziert und nachhaltig, die richtige Ansprechperson?

Ja, bist du. Und das primär aus zwei Gründen. So bist du global betrachtet eben kein "Geringverdiener", egal wie wenig du verdienst, und wirst (genauso wie ich auch und die absolute Mehrheit der Menschen in Europa) über deinem verkraftbaren Anteil an Ressourcen leben. Zudem ergibt die verschiebende Diskussion darüber, dass andere schlimmer sind, keinen Sinn. Auch hier wieder aus zwei Gründen, zum einen rein logisch, weil damit in letzter Konsequenz nur eine Person übrig bliebe, denn jeder über dir hätte ja das gleiche Recht deiner Argumentation. Zum anderen aber auch mathematisch, denn wenn nur die "oberen Zehntausend" ihren Fußabdruck deutlich reduzieren würden, wäre das zwar eine individuell betrachtet hohe qualitative Einsparung, global betrachtet aber keine hohe quantitative und damit nicht ausreichend, um den Klimawandel zu verlangsamen (oder gar zu stoppen).

Insofern ja, wir sind alle gefordert, und der Blick auf jene, die sich gar keiner Verantwortung bewusst sind wird uns maximal frustrieren, aber in keinster Weise das Problem lösen.

Wer hat denn die billigsten, giftigsten Plastikprodukte durchgewunken, Erdöl und Ergas vertrieben bis zum geht nicht mehr, Kohle verbrannt, Abgase in Kauf genommen, wenn nicht die Wirtschaft und die Mächtigen mit Hilfe jeder Regierung um den Umsatz in die höhe zu treiben?

Und wer hat sie gekauft? Die Wirtschaft existiert nicht in einer eigenen Blase, sondern immer in Wechselwirkung mit der Gesellschaft. Dementsprechend sind auch beide für die jeweilige Ressourcennutzung gleichermaßen verantwortlich. Niemand wird gezwungen, diesen Plastikmüll zu kaufen, die Menschen machen es freiwillig, weil sich daraus Wohlstand ergibt. Und die Wirtschaft nutzt dies aus, um ihrerseits Wohlstand zu generieren. Die Alternative wäre schon immer gewesen, auf diesen Wohlstand zu verzichten. Natürlich kann man argumentieren, dass man das von Anfang an hätte tun sollen, dann würde uns der Verlust jetzt nicht so sehr schmerzen - aber wem hilft das? Es ändert an der Situation rein gar nichts.
 

infosammler

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denn jeder über dir hätte ja das gleiche Recht deiner Argumentation.
Naja aber ich bin nicht zb der Präsident von Amerika, der beschließen kann, das keine AKWs gebaut werden.

Insofern ja, wir sind alle gefordert, und der Blick auf jene, die sich gar keiner Verantwortung bewusst sind wird uns maximal frustrieren, aber in keinster Weise das Problem lösen.
Ich tus ja eh und tus ja auch gerne und mit Überzeugung. Aber wenn es nicht klar von den Gesetzen her geregelt ist, gehts halt auch nicht.

Natürlich kann man argumentieren, dass man das von Anfang an hätte tun sollen, dann würde uns der Verlust jetzt nicht so sehr schmerzen - aber wem hilft das?
Ja hätte man tun sollen.
Aber man kanns noch immer.
Warum produziert man zb Plastik? Österreich könnte zb per Gesetz erlassen, das es kein Plastik gibt und stattdessen etwas verwendet wird, welches asbaubar ist.


Und wer hat sie gekauft? Die Wirtschaft existiert nicht in einer eigenen Blase, sondern immer in Wechselwirkung mit der Gesellschaft.
Ja das stimmt. Aber der Gewinn bei Alternativen ist wesentlich kleiner als bei herkömmlichen Produkten aller Art. Und auf das ist die Wirtschaft schon ausgelegt.
Gewinnoptimierung. Darauf läuft alles hinaus.
 

Helios

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Naja aber ich bin nicht zb der Präsident von Amerika, der beschließen kann, das keine AKWs gebaut werden.

Du kannst dir aber einen Stromtarif ohne Atomenergie aussuchen.

Warum produziert man zb Plastik? Österreich könnte zb per Gesetz erlassen, das es kein Plastik gibt und stattdessen etwas verwendet wird, welches asbaubar ist.

Gibt es für jedes Plastik entsprechende Alternativen, und wie teuer sind diese im Vergleich? Wie bereits gesagt, Plastik hat Wohlstand für die Massen ermöglicht, und jede Alternative wird sich daran messen lassen müssen.

Ja das stimmt. Aber der Gewinn bei Alternativen ist wesentlich kleiner als bei herkömmlichen Produkten aller Art. Und auf das ist die Wirtschaft schon ausgelegt.
Gewinnoptimierung. Darauf läuft alles hinaus.

Das ist auch nur einseitig betrachtet, denn der Gewinn ist ja pro Produkt variabel. Einfach den Preis erhöhen, schon ergibt sich die gleiche Marge. Die Frage ist, was würde der Kunde kaufen - das teurere Produkt als umweltfreundlichen Materialien oder das günstigere Produkt aus Plastik? Das ist ja nicht fiktiv, in vielen Fällen haben wir das bereits, und es liegt dann am Kunden zu entscheiden. Oder die Regierung macht es halt, dann bewegen wir uns aber sehr schnell weg von einer sozialen Marktwirtschaft hin zu einer Planwirtschaft. Und das ist bisher nie gut gegangen.

Bitte nicht falsch verstehen, ich halte nichts davon vorhandene Strukturen einfach nur beizubehalten, weil das gerade funktioniert. Und ich bin auch der Meinung, dass Alternativen gefördert und, sobald diese Marktreif sind, auch gefordert werden müssen. Das beste Beispiel wie sowas funktionieren kann sind etwa Wattestäbchen. Ich bin sogar dafür, dass bestimmte Produkte teurer werden müssen, damit endlich ein Umdenken hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs stattfindet und Alternativen bessere Chancen haben. Aber das lässt sich halt nicht verallgemeinern, und es lässt sich nicht nur auf die Wirtschaft abwälzen. Die muss auch etwas machen, sehr viel sogar, aber jeder einzelne Bürger ebenso, auch wenn andere schlimmer sind.
 

infosammler

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Stromtarif ohne Atomenergie aussuchen.
Hab ich ja. Zum Glück kann ich mir das erlauben. Aber das sollte, wenn nicht schon lange, zumindest alsbald nur so möglich sein und zwar nicht teurer.


das teurere Produkt als umweltfreundlichen Materialien oder das günstigere Produkt aus Plastik?
Das umweltfreundlichere. Zumindest ich. Aber das ist auch 3x so teuer und sollte 3x so billig sein. Könnte man in dem man die Steuern darauf einfach senkt oder weg lässt.


Da hab ich welche, die wirklich umweltfreudlich sind. Aber wo hab ich dir her? Ja aus dem Internet, von 1000 km entfernt bestellen müssen, weils sowas nicht mal zu kaufen gibt in der Nähe. Aber die aus Platstik gibts um 50 Cent. Meine haben 5x oder mehr so viel gekostet.
Und ich bin auch der Meinung, dass Alternativen gefördert
Wirds aber nicht oder viel zu wenig.
Wenn zb Österreich sagt, es darf nichts in den Regal landet, was hundert mal in Plastik verpackt wird, müssen die Produzenten umdenken. Wenn die Produzenten eine Verdienstgrenze von oben herab einführeb, das die obersten nicht 100x so viel verdienen, wird eine bessere Verpackung nicht mal teurer.
 

Helios

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Aber das sollte, wenn nicht schon lange, zumindest alsbald nur so möglich sein und zwar nicht teurer.

Das geht aber nicht so einfach, weil dafür erstmal genug Energie Grund- und Spitzenlastsicher entsprechend günstig produziert werden muss.

Das umweltfreundlichere. Zumindest ich. Aber das ist auch 3x so teuer und sollte 3x so billig sein. Könnte man in dem man die Steuern darauf einfach senkt oder weg lässt.

Also staatliche Einnahmen kürzt, was wiederum auch die Möglichkeiten für staatliche Ausgaben reduziert.

Da hab ich welche, die wirklich umweltfreudlich sind. Aber wo hab ich dir her? Ja aus dem Internet, von 1000 km entfernt bestellen müssen, weils sowas nicht mal zu kaufen gibt in der Nähe. Aber die aus Platstik gibts um 50 Cent. Meine haben 5x oder mehr so viel gekostet.

Also ich habe schon seit einiger Zeit keine Wattestäbchen mit Plastik mehr gesehen, bei uns bekommst du die mit Pappschäften ganz normal in der Drogerie.

Wirds aber nicht oder viel zu wenig.

Das ist leider so, ja. Und noch schlimmer, es wird tatsächlich auch noch gefördert und subventioniert, was eigentlich schlechter ist, weil daran vermeintlich zu viele Arbeitsplätze hängen. Beispielsweise die Braunkohleverstromung.

Aber es geht ja ursprünglich nicht nur um das, was dauerhaft und langfristig sinnvoll ist. Sondern auch um das, was jetzt kurzfristig passieren muss, damit wir nicht kriegsbedingt im Ausnahmezustand landen. Und was mittelfristig passieren muss, um einen vernünftigen Übergang zu ermöglichen. Und dafür scheint es zumindest von Seiten vieler Klimaaktivisten kein Verständnis zu geben.
 

infosammler

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Und was mittelfristig passieren muss, um einen vernünftigen Übergang zu ermöglichen.
Eh traurig das es immer das schlimmste Bedarf, das sich etwas ändert. Aber das ist wohl die Art des Menschen. Aber was dann mal verfestigt, bleibt zum Glück.
 

infosammler

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Ich frag mich auch, wo wären wir aber ohne Klimaaktivisten? Generell Aktivisten. Ist und war doch immer eine treibende Kraft in wahrscheinlich jeder Geselschaft.
 

infosammler

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verunglückte Frau
Übrigens ist die Frau leider verstorben.
Hirntod. Was bedeutet sie wurde schwer am Kopf verletzt.
Aber wie war das überhaupt? Zwar wird hier immer genannt, die Rettungskräfte kamen zu spät, aber bei der Diagnose Hirntod, gehen starke Verletzungen vorraus. Und i weiß man überhaupt wie es dazu kam? Ich mein, wenn der Lenker unachtsam war oder die Radfahrerin selbst, was ja zwangsläufig so sein hat müssen, warum werden die die Klimaaktivisten so schkecht dargestellt?

Hab das gefunden:
https://www.welt.de/vermischtes/art...r-kommt-wegen-Klimaprotest-verspaetet-an.html

Sie ist femnach gestürzt und wurde überrollt. Der Fahrer stieg aus und wurde von einem anderen mit einem Messer atackiert. Letzteres ja auch ziemlich arg.

Natürlich dürfen Straßen nicht blockiert werden. Es muss andere Wege des Protestes geben.
Aber zeitweise kommts so rüber als wären die Aktivisten allein daran Schuld.
 

infosammler

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Wenn man sich das (wiedermal) ziemlich ernüchternde Ergebnis des Klimagipfel ansieht, muss man schon gestehen, die Dringlichkeit ist vorhanden.
Der Frust sich der Träg- und Unentschlossenheit ist bei den Aktivisten demnach zu Recht hoch und treibt sie wohl zu solchen Aktionen.
 

!Xabbu

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Ort
Drei-Länder-Eck
So langsam schwindet meine Akzeptanz für manche Klima-Aktivisten. Heute haben sich mehrere Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ Zugang zum Berliner Flughafen verschafft und den Flugverkehr für 2 Stunden lahmgelegt.

 
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